Nr. 27 / Oktober 2005
Neuigkeiten


Von der Straße 40 zur Goßler- und zur Corinthstraße


Wann ist der Beginn einer Straße? Ist es der erste Strich auf einem Bebauungsplan? Die Kanalisation? Das Straßenpflaster? Oder sind es die ersten Häuser mit den ersten Bewohnern darin? Denn Straße bedeutet ja zweierlei: den von Gebäuden gesäumten Verkehrsweg innerhalb einer Stadt und die Menschen, die in ihr leben.

Ein kleines Häuflein historisch Interessierter hat sich vorgenommen, der Geschichte der Corinthstraße unter möglichst vielen erdenklichen Gesichtspunkten nachzugehen. Dazu gehören Recherchen zur Planungs- und Baugeschichte dieser Straße ebenso wie die Erinnerungen der Anwohner auffrischende Gespräche und Interviews. Unter der Schirmherrschaft des RuDi-Nachbarschaftszentrums haben ein Lehrer, ein Germanist, ein Historiker, eine Studentin der Kunstgeschichte sowie ein noch nicht ganz fertig studierter Archivar zu eine Art Geschichtswerkstatt zusammengefunden, die jederzeit offen für weitere interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter ist. Der „Kleine Urbanfonds“ der EU hat ein bisschen Geld dazu gegeben, und am Jahresende sollen erste Ergebnisse in einer Ausstellung und auf einer Website präsentiert werden.

Ganz sicher werden so menschliche Kontakte, möglicherweise Bindungen geknüpft.
Klassische und neue Musik, entsprechende Lichteffekte, die Bewegungen der einzelnen Personen beim Tanz, die Begeisterung der Teilnehmer, die gar nicht aufhören wollten, ... – Das alles gab eine wirklich tolle Atmosphäre, die dazu beitrug, winzige Randprobleme, wie den Fußboden (geriffelte Metallquadrate), großzügig zu übersehen. Nichtsdestotrotz überlegen die Gastgeber eine geeignetere Lösung.

Quelle: Berliner Adressbuch […], unter Benutzung amtlicher Quellen, Berlin, 1903 - 1943. Einzusehen in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Im Internet: adressbuch.zlb.de



„Auch die längste Reise beginnt
mit dem ersten Schritt,
doch dem Gehenden
schiebt sich der Weg unter die Füße“

Neu in der Nixe - YOGA nach Maß

YOGA ist einer der ältesten Übungswege der Menschheit. Generationen von Übenden haben probiert, verworfen, abgewandelt, und nur jene Übungen, die sich bewährt hatten, wurden weitergegeben. In YOGA ist Erfahrungswissen aus Jahrhunderten gespeichert.

Der YOGA richtet sich an alle Altersgruppen. Er verhilft durch eine Verbindung von Dehn-, Entspannungs-, Atem-, Kräftigungs- und Konzentrationsübungen zu einer stabileren Gesundheit, verbessert unsere Lebensqualität und unterstützt körperliches wie auch geistiges Wohlbefinden.

Wir lernen, durch achtsames Bewegen, bewusstes Atmen, Wechsel von Anforderung und Entspannung, sowie aufmerksamere Selbstwahrnehmung, uns besser zu fühlen. Unsere bislang vielleicht wiederholten Erfahrungen von Enge und Leid werden mit der Zeit seltener. Wir werden wacher und aufmerksamer für das, was uns wichtig ist, und gelangen so zu mehr Weite und letztlich auch zu mehr Freiheit.

All diesen Wünschen kommt der YOGA entgegen, doch er wirkt um so tiefer, je genauer die Übungen den persönlichen, besonderen Bedingungen angepasst sind.
YOGA fördert positive Veränderungen:

· körperliche Entspannung und Kräftigung
· einen langen, leichten und erfrischenden Atem,
· innere Gelassenheit, Klarheit, Struktur und Energie

YOGA-Übungen haben sich vielfältig bewährt bei

Sie sollten nicht erwarten, dass lang gehegte Wünsche oder anspruchsvolle Ziele schnell und mühelos in Erfüllung gehen. Stetiges üben über einen längeren Zeitraum, unterstützt durch erfahrene Lehrer ist erforderlich.

Preise für YOGA im Gruppenunterricht

Sind sie interessiert?

YOGA im „Nachbarschaftszentrum Nixenkai“ jeden Dienstag von 10.00 - 11.30 Uhr und 20.00 - 21.30 Uhr in der Bahrfeldtstr. 9-10 auf der Halbinsel Stralau.

Dr. Max Becker
Mitglied im Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland
www.yoganachmass.de




Vernissage in der Nixe

Dat söte Länneken

Hiddensee ist eine stille Insel in der Ostsee. Um 1900 entdecken die Künstler das Kleinod.
Maler, Dichter, Komponisten und Ausdruckskünstler sind fasziniert von der Poesie der abgeschiedenen, überschaubaren Idylle der Landschaft. Nicht ohne Grund finden jährlich die Palucca-Tanztage und andere künstlerische Höhepunkte auf der Insel statt.
Billy Wilder schwärmte in den 20er Jahren nur noch von dem fashionablen Badeort. Was Gerhart Hauptmann irritierte, da dieser um die Abgeschiedenheit fürchtete.
Der auf Hiddensee Verweilende findet unwillkürlich schnell wieder zu sich selbst, da er sich stets selbst findet als Teil der Natur. Dem Rauschen des Meeres ist nicht zu entfliehen, sodass der stete Gleichklang des Wellenschlages den gestressten Städter entspannt und auch beruhigt. Hiddensee bedeutet neue Kräfte zu schöpfen um sich zu sammeln.

Die Bilder dieser Ausstellung sind unwiderstehliche Verführer und verlocken den Betrachter dazu die Insel in Natura zu erkunden. Ebo Baumanns Tuschepinselzeichnungen, Aquarelle und Farbholzschnitte vermitteln einen Eindruck über die Vielfalt in der Natur auf Hiddensee, die sich bei einem Besuch bietet.
Sei es die kostbare Fauna, die Abgeschiedenheit am Strand oder die interessante Vogelwelt, die man auf der Insel vorfindet. Es ist das Besondere, Unverwechselbare mit der eigenen Note, welches das Flair der Insel ausmacht. Dieses wird in den Arbeiten von E. B. unverwechselbar wiedergegeben.
Nach einem erfüllten Arbeitsleben bricht E. B. voll Tatendrang beseelt auf zu neuen Ufern. Während andere aus seinem ehemaligen Metier, der Grafik, ihren wohlverdienten Ruhestand genießen, ist E. B. auf Hiddensee unterwegs, gewappnet mit Bleistift und Zeichenblock die Naturstimmungen im Jahreswechsel einzufangen.
Wer ist Ebo Baumann?
Geboren im Erzgebirge 1930. Mit 14 Jahren beginnt er seine Ausbildung als Werbegrafiker in Chemnitz und verweilt dort bis 1948. Wer rastet der rostet. Deshalb entscheidet sich E. B. im selben Jahr der schönen Stadt an der Chemnitz den Rücken zu kehren und in Berlin ein Studium, an der weltweit anerkannten Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst, in Weißensee aufzunehmen. Nach seinem Abschluss wendet sich E.B. neuen Herausforderungen – 1. Entwerfer für Textildruck im Modeinstitut Ost – zu. Dem kehrt er aber bereits 1956 den Rücken und nimmt seine Tätigkeit als Chefgrafiker beim Deutschen Fernsehen Berlin auf. Dem DFF bleibt er weiterhin, jedoch freischaffend ab 1961 bis 1991 verhaftet.
Als besonderen Höhepunkt führt E. B. an, die Berichterstattung am 04.10.1957 im TV über den Sputnik „gerettet“ zu haben, denn der große Bruder war nicht in der Lage gewesen das entsprechende Sendematerial rechtzeitig zu übermitteln. So war es seinen grafischen Geschick zu verdanken, dass der Bericht noch am selben Abend über den Äther geschickt werden konnte.

Vielen von Ihnen sind sicher seine Illustrationen in „Weltall, Erde und Mensch“ sowie die Illustrationen im ersten in der DDR erschienen Indianerbuch von Liselotte Welskopf-Henrich „Der Steinknabe“ noch in Erinnerung. Ab 1991 ist Herr Baumann Inhaber einer Werbeagentur, die er 1997 aufgibt um ganz als freischaffender Künstler tätig zu werden. Eine Entscheidung die für sich spricht, beim Betrachten seiner Werke, die z. Zt. im Nachbarschaftszentrum „Nixenkai“, Bahrfeldtstr. 9-10, 10245 Berlin zu sehen sind.

Horst Vorbach, Mitarbeiter im Nachbarschaftszentrum „Nixenkai“




Ostkreuz, zweimal täglich
Ein Fotowettbewerb mit Folgen

Als zu Beginn dieses Jahrhunderts die Pläne und Ideen zum Umbau des S-Bahn-Knotenpunkts Ostkreuz in bunt lackierten Computergrafiken die Runde machten, war das für die im RuDi beheimatete Fotogruppe Signal genug, sich noch einmal ganz intensiv mit diesem Ort zu befassen, bevor nichts mehr so sein wird, wie es ist. Und um sich selber etwas mehr Druck zu machen, wurde daraus ein Fotowettbewerb. Das war gut für die Fotokunst. Im Übrigen war Eile nicht geboten, wie sich dann herausstellte. Denn der Bahnhof Ostkreuz sieht heute noch genau so aus wie damals.
Der unwiderstehliche Charme denkmalgeschützten Verfalls hat dann auch die Wortkünstler erfasst. Nunmehr bereits zum vierten Mal ruft das RuDi-Nachbarschaftszentrum einen Literaturwettbewerb aus, bei dem das Ostkreuz Titelgeber und unerschöpfliche Quelle der Inspiration ist. Und sogar ernst zu nehmende Leute finden das gut. Diesmal geht es ums Warten.

Das Nachbarschaftszentrum

ruft wiederum zum

Ostkreuz-Schreibwettbewerb

Am Schreiben interessierte Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich an einem literarischen Wettbewerb zu beteiligen.
Nach den Wettbewerben Ostkreuz, zwei Mal täglich, Ostkreuz 2020 und Liebe am Ostkreuz in den Jahren 2002, 2003 und 2004 und den daraus hervorgegangenen gleichnamigen Anthologien soll in diesem Jahr

Warten am Ostkreuz

das Thema sein.
Auf Bahnhöfen ist Zeit etwas Besonderes, Irritierendes. Für den Wartenden scheint sie sich zu dehnen, während sie sich für den eiligen S-Bahn-Benutzer auf ein hektische Atemlosigkeit erzeugendes Minimum verknappt, ja geradezu verflüchtigt. Diese besondere Bewandtnis, die es mit der rasenden, kriechenden Zeit auf Bahnhöfen hat, sollte in den Arbeiten zum diesjährigen Wettbewerb als Thema oder als Motiv aufscheinen.
Eingereicht werden können bislang unveröffentlichte Texte. Alle literarischen und journalistischen Genres sind zugelassen. Allerdings sollte der Umfang der Arbeiten fünf Seiten nicht übersteigen.
Organisator dieses Wettbewerbs ist das Nachbarschaftszentrum RuDi. Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Förderprogramms URBAN II unterstützt.
Eine kompetente Jury wird die Einsendungen begutachten, die besten davon ermitteln und die Preisträgerinnen und Preisträger in einer feierlichen Veranstaltung der Öffentlichkeit präsentieren.
Ausgewählte Texte werden zu einer Anthologie zusammengestellt und als Taschenbuch publiziert.
Die Texte sollten nach Möglichkeit gedruckt und/oder als Word-Datei bei

RuDi - Das Nachbarschaftszentrum,
Modersohnstraße 55, 10245 Berlin (Telefon 2 92 96 03)

oder per E-Mail: rudi-kiezladen@rudi-kiezladen.de

bis zum 9. Januar 2006 eingereicht werden.

Der S-Bahnhof Ostkreuz ist der bedeutendste Knotenpunkt im innerstädtischen öffentlichen Schienenverkehr Berlins. Die angrenzenden Wohnquartiere entstanden in der Gründerzeit und erlebten eine wechselvolle Geschichte. Aufgrund seiner Probleme, aber auch seiner Entwicklungspotenzen, ist das Areal um das Ostkreuz bekanntlich seit 2001 ein Fördergebiet der Europäischen Union im Rahmen ihres URBAN-II-Programms.
Die vorjährigen Ostkreuz-Schreibwettbewerbe haben gezeigt, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner sich schreibend mit dieser besonderen Gegend um den Bahnhof Ostkreuz auseinandergesetzt und ihn als Quelle der Inspiration begriffen haben. Der diesjährige Wettbewerb setzt darauf, dass kreative Bürgerinnen und Bürger eine weitere Facette des Lebens am Ostkreuz literarisch gestalten und ihren Lesern nahe bringen werden.


„Liebe am Ostkreuz“

3. Schreibwettbewerb von RuDi und KULTSTRAL – Fortsetzung mit der Vorstellung eines weiteren 3. Platzes

Auch 2004 initiierten das RuDi-Nachbarschaftszentrum und die Redaktion des Stralauer Webmagazins „KULTSTRAL“ mit finanzieller Unterstützung aus dem „Kleinen Urban-Fonds“ einen Schreibwettbewerb zum Ostkreuz. In der letzten Ausgabe des KULTSTRALs stellten wir eines der drittplatzierten Bücher „Vergissmeinnicht“ von Franziska Dreke vor. Heute folgt ein weiteres Buch „Zurückbleiben“ von Michael Guske, der damit auch einen 3. Preis bekam.
Viel Spaß beim Lesen!
Für interessierte Leser gibt es noch einige Exemplare im RuDi und für ganz Neugierige in diesem KULTSTRAL etwas zum Hineinlesen.

Die Preisträger des Wettbewerbes von 2004:
1. Preis Doris Bewernitz „Amors Durchbruch – Ein Schicksalsstück in sechs Akten“
2. Preis Inka Engmann „Auf Reisen gehen“
3. Preis Franziska Dreke „Vergissmeinnicht“
3. Preis Michael Guske „Zurückbleiben!“
3. Preis Rainer Flögel „Züge fahren – Lichter blitzen“
3. Preis Madeleine Engels „Faszination Ostkreuz“

Informationen zu den Autoren und weiteren Beiträgen auf Anfrage unter 29 29 603 oder per E-Mail an rudi-kiezladen@rudi-kiezladen.de oder redaktion@kultstral.de.



Michael Guske
Zurückbleiben!

Als der Zug anhielt, öffnete der Mann die Tür und trat auf den Bahnsteig. Es war bitterkalt. Er schlug den Kragen seines abgetragenen Mantels hoch, eine eher symbolische Geste, denn der schneidend kalte Wind ließ sich nicht davon abhalten, den Körper des Mannes sofort mit seinem eisigen Atem zu umfangen.
Der Mann sehnte sich nach dem überheizten Waggon zurück, aber er musste hier umsteigen, wollte er zu seiner Wohnung im Südosten Berlins gelangen....

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Radio Stralau – Bürger senden für Bürger


Unsere Neue Sendung startet am Dienstag,
d. 25. Oktober 2005, ab 19.00 Uhr unter

www.stralau.de

Reinschalten lohnt sich.


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