Geschichte
Die Halbinsel Stralau wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von der Industrialisierung erreicht, zumindest ihr nordwestlicher Teil. Im südlichen Teil entwickelte sich das Gebiet zu einem beliebten Ausflugsort mit Restaurants und dem ältesten Berliner Volksfest "Stralauer Fischzug". Vom ehemaligen Fischerdorf ist nur die Dorfkirche aus dem Jahre 1464 übriggeblieben. Die Halbinsel kann auch auf die Anwesenheit einiger geschichtlicher Persönlichkeiten zurückblicken, so hat hier der junge Karl Marx gewohnt und sich mit Kameraden zu ausgiebigen Diskussionen getroffen. Mit Stralau eng verbunden ist auch das künstlerische Schaffen des Berliner Dichters Adolf Glaßbrenner und des Malers und Zeichners Heinrich Zille.
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| Container vor dem BGW 1975 |
Unabhängig von der Wohnbebauung entstand von 1906 bis 1912 das Glühlampenwerk der Auergesellschaft an der Warschauer Brücke. Später wurde dieser Betrieb zum größten Werk der OSRAM GmbH-KG. Nach dem 2. Weltkrieg und erheblichen Zerstörungen wurde der Betrieb wiederaufgebaut und entwickelte sich unter dem Namen Berliner Glühlampenwerk (BGW) zum Stammbetrieb des späteren Kombinates NARVA. Über 80 Jahre wurde an diesem Ort nicht nur Industriegeschichte geschrieben, auch die Entwicklung der Lichttechnik erhielt von hier aus wesentliche Impulse. Mit der Liquidation des BGW durch die Treuhand fand diese Tradition Anfang der 90er Jahre ihr Ende.
Der Osthafen zwischen Oberbaum- und Elsenbrücke wurde von 1907 bis 1913 errichtet. Zu DDR-Zeiten wurden hier bis zu 2,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Heute wird der Hafen schrittweise zurückgebaut und sein Gelände bzw. seine denkmalgeschützten Gebäude einer anderen Nutzung zugeführt. So ist das 1928/29 errichtete Eierkühlhaus am westlichen Ende des Hafens im Inneren völlig umgestaltet worden und seit Herbst 2002 Sitz des Musikkonzerns Universal Music. Auch der benachbarte Speicher ist rekonstruiert und inzwischen ein gut genutztes Büro- und Präsentationsgebäude. Absichten, den Rest des Osthafen als Logistikzentrum und Umschlagplatz für zukünftige innerstädtische Großprojekte (Alexanderplatz) vorzuhalten, sind inzwischen aufgegeben worden. Das Hafengelände kann offenbar relativ rasch einer anderen städtebaulichen Nutzung zugeführt werden. Eine weitere große Lagerhalle des Hafens ist inzwischen nach Umbauarbeiten neuer Standort für den TV-Sender MTV.
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| Kornspeicher auf dem ehemaligem Gelände des „Osthafens" Stralauer Allee. | In direkter Nachbarschaft zur „Hochbahn" steht das ehemalige „Eierkühlhaus" heute „UNIVERSAL". |
Die Modebranche hat hier einen neuen Standort installiert. Verschiedene Modelabels haben in den alten, inzwischen modernisierten Industriegebäuden des Osthafens einen neuen attraktiven Standort für sich entdeckt und bereichern somit den Wirtschaftsaufschwung des Stadtbezirks Friedrichshain-Kreuzberg maßgeblich.






